Wie bei allen Dingen, kann man einfach drauf los rennen und blind irgend etwas machen. Oder man setzt sich ein bisschen hin und überlegt, was wohl sinnvoll wäre. Gleiches gilt für das Garten anlegen. Man sollte sich im Vorfeld Gedanken dazu machen, was man überhaupt haben möchte und wie man das am besten anlegt. Es gibt natürlich auch unzählige Bücher zum Thema Garten anlegen. Oder auch viele Nischen Bücher zu einzelnen Themen, wie Rosen, Obstanbau oder Steingärten. So lange ich aber „nur“ in meinem gemieteten Garten arbeite, fokussiere ich mich lieber auf Selbstversorgung, Blumen und einen natürlichen Lebensraum für Nützlinge zu schaffen. Da ich ja zum Glück nicht abhängig von den Erträgen bin, sehe ich das ganze als ein kleines Experiment an. Über eine üppige Ernte freue ich mich dennoch riesig.
Viele Bäume, Sträucher und Stauden lassen sich nicht so einfach umsetzen, wenn sie einmal größer sind. Also Stifte und Papier raus geholt und los geht’s! (Kariertes Papier eignet sich hervorragend, da man Maßstabsgetreu den Garten einzeichnen kann. Ich nutze 1 Kästchen für 20 cm Garten)
Planung
Da ich in einem Mietshaus wohne ist ein großer Teil des Gartens schon angelegt mit Rasen, Bäumen und anderen Nutzungsflächen. Nach Absprache mit dem Vermieter darf ich aber in bestimmten Bereichen machen was ich möchte. Aus meiner vorhergehenden Wohnung habe ich schon ein paar Stauden mitgebracht, auf die ich natürlich nicht verzichten möchte. Nach dem Umzug mussten die „Alten“ also erst einmal in den Boden bevor ich mir irgend einen Plan überlegen konnte.
Erste Schritte
Ich habe hier einmal grob meine Flächen auf Papier aufgezeichnet. Die blauen Kringel beinhalten die Stauden. Die orangen Symbole zeigen meine Gemüse Verteilung vom vergangenen Jahr an. Die orange Flächen war für einjährige Blumen und Kräuter. Salate und Möhren sind mit grünen Symbolen gekennzeichnet.

Also rann an das Metermaß, messt eure Gartenflächen, die ihr als Beete anlegen wollt aus und zeichnet sie auf einem Papier auf. Danach kommen wir zum wichtigsten Schritt:
Was will ich in meinem Garten anpflanzen?
Macht euch daneben eine Liste mit den Pflanzen die ihr haben wollt. Gemüse, Blumen und Kräuter? Weitere Stauden? Bäume? Tragt, falls schon ihr schon Pflanzen habt, eure bestehende Kulturen wie Oben ein. Farben könnt ihr natürlich frei wählen.
Wenn ihr noch Inspirationen sucht, was es überhaupt gibt, kann ich euch folgende Seiten empfehlen (keine bezahlte Werbung): Lila Tomate, Tartuffli oder Sativa . Dort findet ihr jede Menge Samenfestes Biosaatgut. (Warum man lieber Samenfestes Saatgut nehmen sollte lest ihr in einem späteren Artikel) Wer seine Pflanzen nicht selbst anziehen kann oder möchte, kann sich bei jeder Gärtnerei mit vorgezogenen jungen Pflänzchen eindecken. Aber Obacht: man nimmt sich damit den ganzen Spaß seine eigenen Schützlinge wachsen zu sehen 😉 Von Pflanzen aus dem Baumarkt oder Discounter halte ich nicht viel, da man dort die Herkunft nicht nachvollziehen kann. Viele Zöglinge werden mit Pflanzenschutz Mitteln bearbeitet, die man sich eigentlich nicht in seinen naturnahe Garten holen möchte.
Ein Blick in einen aktuellen Gärtner Pötschke Katalog kann natürlich auch nicht schaden. Dort gibt es eine rießige Auswahl an Blumen, Stauden und Gräsern. Am besten ihr sammelt erst einmal auf einem Zettel, was euch alles gefällt. Schreibt am besten auch auf, wie viel Abstand jeweils gefordert ist und ob etwas viel/wenig Wasser, Halbschatten oder volle Sonne verträgt.
Einen Garten anlegen kann so einfach sein, zumindest auf dem Papier. Zu anfang würde ich mir gar keine so großen Gedanken machen, was mit wem nicht kann oder was besser nicht als Fruchtfolge angepflanzt werden darf. Wichtig ist, dass ihr euch variable Flächen freilasst. Starkzehrer wie Kartoffeln sollten nicht an den gleichen Platz kommen wie im Vorjahr. Auch anderes Obst und Gemüse können Standort müde werden. Wechselt deshalb jedes Jahr eure Reihenfolgen.
Ich habe hier zum Beispiel zwei Beete angelegt, wo ich abwechselnd Kartoffeln oder dann Blumen/Kräuter aussähen werde. Auch meine Walderdbeeren wandern jedes Jahr hin und her. Hier die Beete vom letzten Jahr. Nächstes Jahr möchte ich noch mehr Vielfalt in meinen Garten bringen und werde des wegen noch weitere Flächen im Frühjahr von Rasen befreien. Ein ganz wichtiger Punkt ist hierbei noch, vergesst bitte die Blumen nicht. Damit sich auch die Insekten an eurem Garten erfreuen können.
Zeitaufwand
Bei der Auswahl und Größe eures Gartens solltet ihr auch auf die Zeit achten, die ihr im Nachgang investieren wollt. Wer im Sommer gerne 4 Wochen durch die Welt reist, sollte sich im Vorfeld schon mal überlegen, wer gießt meinen Garten dann. Und wer erntet die Früchte? Wieviel von dem Gemüse könnt ihr verarbeiten? Wenn ihr am Ende zu viel von allem habt und nicht mehr wisst wohin, dann ist auch keinem geholfen. Daher meine Devise beim Garten anlegen, erst einmal klein anfangen, und sich dann vergrößern. Überlegt euch bitte auch, wie ihr an Wasser kommt im Sommer. Reicht euch eine Regentonne? Habt ihr einen Brunnen im Garten oder müsstet ihr alles Wasser aus der Leitung nehmen. Das kann am Ende sehr ins Geld gehen.
Aussat- und Erntekalender
Falls ihr es euch ein wenig einfacher machen wollt, könnt ihr euch hier meine Vorlage für einen Aussatkalender herunter laden. Dieser hilft euch bei der Planung eures Gartens. Wenn ihr nicht alles auf einmal ernten wollt, dann empfiehlt es sich, Gemüse gestaffelt anzubauen. Der Kalender hilft euch dabei die Übersicht zu behalten.