Späte Frostschäden

Späte Frostschäden können selbst die erfahrensten Gärtner überraschen und erhebliche Schäden an Pflanzen verursachen. Dies ist nicht nur in der kommerziellen Landwirtschaft sondern auch im privaten Garten ein Problem. Gerade Ende April oder Mitte Mai lauert noch einmal die Gefahr durch Frost oder den Eisheiligen. Auch mich hat der Frost im April eiskalt erwischt. Währen ich meine Papageien Blumen, Schwertlilien und Salat mit Tannenreisig bzw. Vlies schützen konnte, waren die schon in voller Blüte stehenden Walderdbeeren, meine Kastanie und der dunkle Maulbeerbaum der vollen Härte ausgesetzt.

Bei der Kastanie ist es am wenigsten schlimm, da dort noch keine Früchte zu erwarten sind. Der Baum ist erst wenige Jahre alt. Es haben lediglich ein paar Blätter an den Rändern gelitten. Mittlerweile sieht man ihm den Wintereinbruch nicht mehr an. Alles gut gegangen an dieser Stelle.

Die Erdbeeren haben sich mittlerweile prächtig erholt und erblühen wie zuvor. Nur den Maulbeerbaum hat es schwer getroffen. Fast sämtliche schon ausgetriebenen Früchte und Blätter hat er mittlerweile verloren. Aber es gibt noch Hoffnung auf eine spätere und deutlich kleinere Ernte!

Maßnahmen gegen späte Frostschäden

Was hilft gegen späte Frostschäden? Eigentlich nur Wärme! Während in der kommerziellen Landwirtschaft auf Beregnungsanlagen für Obstbäume oder Fackeln in den Weinbergen gesetzt wird, sind diese Methoden für den Hausgebrauch meist nicht zielführend, da schlicht und ergreifend das Equipment fehlt.

Bodennahe empfindlichen Pflanzen habe ich einfach wieder ihre Winterdecke aus Tannenreisig übergezogen. Die frisch ausgesäten Möhren und Rote Beete habe ich mit handelsüblichen Vließ wie diesem hier* abgedeckt. Meine Tomaten die schon ein wenig Frischluft schnuppern durften sind einfach wieder in die Wohnung gewandert. Größere Bäumen könnten man auch einfach in ein größeres Vlies einwickeln. Ob sich der Aufwand allerdings lohnt, muss man für sich selbst abwägen. Je nach Größe des Baumes ist es wohl auch eher ein unmögliches Unterfangen. Wer er sich zutraut könnte natürlich auch solche Ölfackeln* neben seine Bäumchen stellen. Allerdings sollte man dann auch genau wissen was man tut, um nicht aus versehen mehr Feuer- als Frostschäden anzurichten.

Der Schaden ist da, und nun?

Im Grunde ist es dann einfach zu spät. Wenn der Frostschaden eingetreten ist dann heißt es am besten einfach mal abwarten und schauen was passiert. Falls die Pflanzen nicht komplett erfroren sind, sondern nur die äußeren Blätter, treiben diese wieder aus. Bäume haben in der Regel sogenannte schlafende Augen, um das Überleben zu sichern. Falls sich nach Wochen nichts mehr tut und die Pflanze den Rückzug angetreten hat, hilft nur noch für Ersatz* zu sorgen. Klingt jetzt erstmal hart, aber leider ist tot auch tot. Die Apfelbäume in meinem Garten haben glücklicher Weise nichts abbekommen trotz Kälte und stehen jetzt in vollem Saft.

Habt ihr auch späte Frostschäden erlitten? Schreibt doch gerne, was bei euch passiert ist!

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